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Lagerverwaltung mit Barcode: Einführung, Technik und Ablauf

Lagerverwaltung mit Barcode einführen: Codearten, Hardware, Etiketten, Prozesse im Wareneingang, Kommissionierung und Inventur sowie typische Fehler.

6 Min. Lesezeit Unternehmenssoftware
Barcode-Scanner liest einen Strichcode auf einem Karton

Eine Lagerverwaltung mit Barcode funktioniert so: Artikel, Lagerplätze und Ladungsträger tragen eindeutige Codes, und jede Bewegung wird mit einem Scanner erfasst und direkt im System gebucht. Dadurch entfallen Tippfehler und Verwechslungen, und der Bestand stimmt in Echtzeit. Der größte Gewinn entsteht, wenn Sie nicht nur Artikel, sondern auch Lagerplätze scannen.

Dieser Beitrag erklärt die gängigen Codearten, die benötigte Technik, die wichtigsten Abläufe und eine Einführung in Schritten. Er richtet sich an Händler und Hersteller, die bisher mit Listen oder manueller Eingabe arbeiten und ihre Fehlerquote senken wollen.

Was Barcodes im Lager verändern

Ohne Barcode liest jemand eine Artikelnummer ab und tippt sie ein. Dabei vertauscht man Ziffern, wählt den falschen Artikel oder vergisst die Buchung. Mit Barcode scannt die Person den Artikel, das System erkennt ihn, prüft ihn gegen den Auftrag und bucht die Menge.

Ein Scan dauert Sekundenbruchteile, eine Verwechslung wird sofort angezeigt. Das beschleunigt die Arbeit und verbessert die Datenqualität. Der Effekt zeigt sich bei Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Versand und Inventur gleichermaßen.

Die gängigen Codearten im Überblick

CodeEigenschaftenTypischer Einsatz
EAN-13 / GTINStandardisierte Artikelnummer im HandelVerkaufsartikel, Marktplätze
Code 128Flexible Länge, Buchstaben und ZiffernInterne Artikel- und Platznummern, Versandlabels
QR-CodeZweidimensional, viel Inhalt, auch mit Smartphone lesbarPlätze, Kisten, mobile Erfassung
Data MatrixZweidimensional, sehr klein druckbarKleinteile, Bauteile, Chargen
GS1-128 / SSCCStandard für Palettenetiketten mit ZusatzinformationenLogistik mit Handelspartnern

Für eigene Produkte unter eigener Marke ist die GTIN der übliche Weg, viele Marktplätze verlangen sie. Für interne Zwecke wie Lagerplätze und Kisten reichen eigene Nummern, die Sie selbst vergeben. Wichtig ist, dass jeder Code genau eine Bedeutung hat und niemals doppelt vergeben wird.

Technik: Scanner, Geräte und Drucker

Die Auswahl hängt vom Einsatz ab. Ein Handscanner mit Kabel genügt am Packtisch. Im Lager sind mobile Geräte mit Display, Scanner und WLAN sinnvoller, weil sie Anweisungen anzeigen und Eingaben bestätigen. Moderne Smartphones mit Scan-App eignen sich für kleine Lager und gelegentliche Nutzung, sind aber im Dauereinsatz weniger robust als Industriegeräte.

  • Scanner: Laser oder Kamera; zweidimensionale Codes erfordern Kameraleser.
  • Mobile Computer: Robust, mit Akku für eine Schicht, WLAN und Touchscreen.
  • Etikettendrucker: Thermodirekt für kurze Haltbarkeit, Thermotransfer für Etiketten, die lange lesbar bleiben müssen.
  • Netzabdeckung: WLAN muss bis in die letzten Gänge reichen, sonst bleibt die Buchung hängen.

Etiketten richtig gestalten

Ein Etikett muss auch bei schlechtem Licht und mit etwas Abrieb lesbar sein. Achten Sie auf ausreichenden Kontrast, eine freie Ruhezone um den Code und eine Größe, die zum Leseabstand passt. Drucken Sie die Klartextnummer unter den Code, damit Menschen sie im Notfall lesen können.

Platzetiketten hängen Sie sichtbar an Regalfront oder Boden, bei Hochregalen so, dass Sie vom Gang aus scannen können. Etiketten an Lagereinheiten kleben Sie immer an derselben Stelle, damit Mitarbeitende nicht suchen müssen. Beim Aufbau der Platzcodes hilft der Beitrag Lagerlayout planen.

Die wichtigsten Prozesse mit Barcode

Wareneingang

Die Lieferung wird gegen die Bestellung gescannt. Das System zeigt erwartete Mengen, Abweichungen werden sofort sichtbar. Bei Chargen oder Haltbarkeit erfassen Sie die Daten gleich mit. Danach druckt das System Etiketten für Ladungsträger oder Plätze.

Einlagerung und Umlagerung

Die Person scannt den Artikel und den Zielplatz. Stimmt die Kombination mit der Vorgabe nicht, meldet das Gerät einen Fehler. Dadurch landet Ware nicht auf dem falschen Platz, und jeder Artikel bleibt auffindbar.

Kommissionierung und Versand

Das Gerät führt zum Platz, die Person scannt Platz und Artikel, bestätigt die Menge und legt die Ware in den Behälter. Beim Verpacken wird noch einmal gescannt. So sinken Fehllieferungen, bevor das Paket das Haus verlässt.

Inventur

Gezählt wird mit Scannern: erst den Platz, dann jeden Artikel. Die Daten liegen direkt vor und müssen nicht abgetippt werden. Wie eine Zählung geplant wird, steht im Beitrag zur Inventur.

Einführung in sieben Schritten

  1. Artikelstamm bereinigen: eindeutige Nummern, Einheiten, ggf. GTIN je Verpackungsstufe.
  2. Code-Konzept festlegen: welche Codearten, welche Nummernkreise für Artikel, Plätze, Ladungsträger.
  3. Lagerplätze benennen und beschriften.
  4. Hardware wählen und im Lager testen, einschließlich WLAN-Abdeckung.
  5. Software konfigurieren und Prozesse abbilden.
  6. Schulung mit echten Aufgaben durchführen, Ansprechpersonen benennen.
  7. Mit einem Prozess starten, zum Beispiel dem Wareneingang, und schrittweise ausweiten.

Chargen, Seriennummern und Haltbarkeit

Wo Rückverfolgung zählt, trägt der Code mehr als die Artikelnummer. Chargennummer, Seriennummer oder Mindesthaltbarkeitsdatum lassen sich mit zweidimensionalen Codes oder GS1-Standards in einem Scan erfassen. Das System kann dann bei der Entnahme die Ware mit dem frühesten Ablauf vorschlagen und im Reklamationsfall zeigen, an wen eine Charge geliefert wurde.

Was die Umstellung bringt: ein Rechenbeispiel

Angenommen, ein Lager bucht 400 Bewegungen am Tag manuell und macht bei 1 von 100 Eingaben einen Fehler. Das sind 4 Fehler pro Tag, von denen manche erst bei der Inventur auffallen. Schon wenn der Scan die Fehlerrate auf ein Zehntel senkt, bleiben statt 4 nur noch 0,4 Fehler pro Tag, also etwa einer alle zweieinhalb Tage. Die Zahlen sind angenommen; entscheidend ist, dass Sie Ihre Fehler vor und nach der Umstellung zählen und so den Nutzen belegen.

Daten und Schnittstellen

Barcodes sind nur ein Eingabeweg. Entscheidend ist, wohin die Daten fließen: in die Bestandsführung, in die Auftragsabwicklung und in die Buchhaltung. Klären Sie deshalb vor dem Start, ob Ihr System Scans direkt als Lagerbewegungen verarbeitet und welche Prüfungen es dabei durchführt, etwa gegen Bestellung, Auftrag oder Zielplatz.

Prüfen Sie außerdem, wie sich das System verhält, wenn kein WLAN verfügbar ist. Manche Geräte speichern Scans zwischen und übertragen sie später, was bei Reservierungen zu Verzögerungen führen kann. Legen Sie fest, wie Sie damit umgehen, und testen Sie es an den ungünstigsten Stellen des Lagers.

Häufige Fehler bei der Einführung

  • Plätze werden nicht gescannt, nur Artikel; dann bleibt unklar, wo Ware liegt,
  • doppelte oder mehrdeutige Codes für unterschiedliche Artikel,
  • Etiketten sind schlecht lesbar oder wechselnd platziert,
  • WLAN-Lücken führen zu Offline-Buchungen und Nachträgen,
  • Mitarbeitende werden nicht eingewiesen und tippen weiter manuell.

Wie ein Lagerverwaltungssystem Scandaten für Aufgaben und Wege nutzt, beschreiben wir im Beitrag zum Lagerverwaltungssystem. Die Grundlagen der Bestandsführung finden Sie unter Bestandsverwaltung Software.

Wir haben Dika Ops, unser ERP in der geschlossenen Beta, so aufgebaut, dass Barcode-Scans im Lager sowie Lagerbewegungen mit Einkauf, Verkauf und Finanzen auf einem Datenbestand zusammenlaufen; das Lagermodul beschreiben wir unter Lagerverwaltung in Dika Ops. Für Erfassungslösungen, die Ihre Abläufe genau abbilden, entwickeln wir individuelle Anwendungen; mehr zu uns auf der Startseite.

Häufig gestellte Fragen

Was brauche ich für eine Lagerverwaltung mit Barcode?

Eine Software, die Scandaten verarbeitet, Scanner oder mobile Geräte, einen Etikettendrucker, WLAN im Lager sowie eindeutige Codes für Artikel und Plätze.

Welcher Barcode ist der richtige?

Für Verkaufsartikel ist die GTIN (EAN-13) üblich. Für interne Plätze und Kisten eignen sich Code 128 oder QR-Codes. Für sehr kleine Flächen ist ein Data-Matrix-Code sinnvoll.

Reicht ein Smartphone als Scanner?

Für kleine Lager und gelegentliche Nutzung ja. Im Dauereinsatz sind Industriegeräte robuster, haben längere Akkulaufzeit und lesen Codes schneller.

Muss ich eigene Barcodes für Artikel vergeben?

Für interne Zwecke dürfen Sie eigene Nummern vergeben. Verkaufen Sie eigene Produkte im Handel oder auf Marktplätzen, ist meist eine GTIN erforderlich, die Sie über die zuständige Organisation beantragen.

Wie hilft Barcode bei der Inventur?

Die Zählung wird gescannt statt abgetippt. Das spart Zeit, vermeidet Übertragungsfehler und liefert die Daten sofort für den Abgleich mit dem Buchbestand.

Was kostet die Einführung?

Das hängt von Geräten, Software und Aufwand ab. Rechnen Sie neben der Hardware auch Schulung, Etiketten und die Bereinigung der Stammdaten ein.

Fazit und nächster Schritt

Barcodes machen Bewegungen im Lager prüfbar und schnell. Der Nutzen steigt, wenn Sie Artikel und Plätze scannen und vorher die Stammdaten bereinigen. Starten Sie mit dem Wareneingang und zählen Sie vorher und nachher die Fehler. Wenn Sie Ihr Lager umstellen möchten, sprechen Sie uns über die Kontaktseite an.

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