Projekt starten

Was ist CRM? Aufgaben, Funktionen und Nutzen erklärt

Was ist CRM? Customer Relationship Management einfach erklärt: Funktionen, Nutzen für den Mittelstand, Datenschutz und die ersten Schritte zur Einführung.

7 Min. Lesezeit Unternehmenssoftware
Kundenservice- und Vertriebsteam im Gespräch am Arbeitsplatz

CRM steht für Customer Relationship Management, also das Management von Kundenbeziehungen. Gemeint sind Software und Arbeitsweisen, mit denen Sie Kontakte, Anfragen, Angebote und Gespräche an einer Stelle führen, damit jeder im Team den aktuellen Stand kennt. Statt Notizen in E-Mails, Tabellen und Köpfen gibt es eine gemeinsame Kundenakte.

Für den Mittelstand ist ein CRM vor allem ein Werkzeug gegen Verlust: verlorene Anfragen, vergessenes Nachfassen, doppelte Ansprache. Dieser Beitrag erklärt, was ein CRM kann, wo seine Grenzen liegen und wie Sie sinnvoll einsteigen.

Was ein CRM-System konkret tut

Im Kern ist ein CRM eine Datenbank für Kontakte und Vorgänge, ergänzt um Aufgaben und Auswertungen. Zu jedem Kunden oder Interessenten sammeln sich dort Ansprechpartner, Gespräche, Angebote, Notizen und Termine. Wer den Kunden das nächste Mal anruft, sieht in Sekunden, was zuletzt besprochen wurde.

Moderne Systeme verknüpfen diese Daten mit E-Mail, Telefon und Kalender. Das spart das manuelle Nachtragen und sorgt dafür, dass der Verlauf vollständig bleibt, auch wenn ein Kollege im Urlaub ist.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick

FunktionWas sie leistetNutzen im Alltag
KontaktverwaltungFirmen, Ansprechpartner, HistorieEine Kundenakte für alle
VertriebspipelineChancen in Phasen verfolgenÜberblick über erwarteten Umsatz
Aufgaben und ErinnerungenNachfassen, Termine, WiedervorlagenWeniger vergessene Anfragen
AngeboteAngebote erstellen und nachverfolgenEinheitliche Preise und Texte
KommunikationE-Mail- und TelefonverlaufVertretung ohne Wissensverlust
AuswertungAbschlussquote, Umsatz je PhaseFundierte Planung

Nicht jedes Unternehmen braucht alles. Ein Betrieb mit wenigen großen Kunden profitiert vor allem von Kontaktakten und Wiedervorlagen, ein Händler mit vielen Anfragen von Pipeline und Vorlagen. Wie Sie eine Pipeline strukturieren, zeigt der Beitrag Vertriebspipeline-Management.

Wofür CRM im Mittelstand eingesetzt wird

Die Einsatzfelder reichen vom Vertrieb bis zum Service. Typisch sind diese Szenarien:

  • Interessenten erfassen und systematisch bis zum Angebot begleiten
  • Bestandskunden pflegen und Folgegeschäft rechtzeitig ansprechen
  • Anfragen aus Formularen, E-Mail und Telefon an einer Stelle sammeln
  • Serviceanfragen und Reklamationen mit dem Kundenverlauf verknüpfen
  • Vertretung organisieren, wenn Mitarbeitende ausfallen oder wechseln

Ein Rechenbeispiel zur Wirkung: Ein Betrieb bekommt im Monat 80 Anfragen und schließt 20 % ab, also 16 Aufträge. Gehen durch vergessenes Nachfassen nur 5 der 80 Anfragen verloren, die mit demselben Abschluss von 20 % zu einem Auftrag geführt hätten, ist das ein Auftrag pro Monat. Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 3.000 € sind das 36.000 € im Jahr. Die Zahlen sind angenommen, Ihre Werte weichen ab, aber die Rechnung zeigt, wo der Hebel liegt.

CRM und ERP: Wo liegt die Grenze?

Das CRM verwaltet die Beziehung bis zum Auftrag, das ERP den Auftrag selbst mit Lager, Einkauf, Lieferung und Rechnung. In kleineren Unternehmen überschneiden sich beide, weil Angebote und Aufträge ineinander übergehen. Eine saubere Abgrenzung finden Sie im Beitrag Unterschied zwischen CRM und ERP.

Wichtig ist, dass beide Systeme dieselben Kundenstammdaten nutzen. Zwei getrennte Adressbestände führen zu Dubletten und widersprüchlichen Daten.

Ein weiterer Punkt ist die Rolle von Berechtigungen. Nicht alle Mitarbeitenden müssen alle Kundendaten sehen. Der Außendienst braucht Kontakte und Verlauf seiner Region, die Geschäftsführung die Auswertungen, der Service die Aufträge der letzten Monate. Ein gutes CRM lässt sich so einstellen, dass jede Rolle nur das sieht, was sie für ihre Arbeit benötigt.

Datenschutz: DSGVO im CRM

Ein CRM verarbeitet personenbezogene Daten und fällt damit unter die DSGVO. Sie brauchen eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung, etwa die Vertragsanbahnung oder eine Einwilligung, wenn Sie Newsletter versenden. Außerdem sollten Sie Auskunft, Berichtigung und Löschung technisch umsetzen können, und Löschfristen festlegen. Beim Einsatz eines Cloud-Dienstes ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nötig. Klären Sie die Details mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, und besprechen Sie steuerliche Aufbewahrungspflichten für Angebote und Korrespondenz mit Ihrem Steuerberater.

Welche Arten von CRM gibt es?

Man unterscheidet in der Praxis drei Schwerpunkte. Das operative CRM unterstützt die tägliche Arbeit in Vertrieb, Marketing und Service: Kontakte, Aufgaben, Angebote. Das analytische CRM wertet die Daten aus und beantwortet Fragen wie: Welche Kundengruppe bringt die höchste Marge, und in welcher Phase springen die meisten Interessenten ab? Das kollaborative CRM sorgt dafür, dass Abteilungen und Partner dieselben Informationen sehen.

Die meisten Produkte mischen alle drei Bereiche. Für den Einstieg zählt vor allem der operative Teil, denn ohne gepflegte Daten gibt es nichts Sinnvolles auszuwerten. Prüfen Sie außerdem, ob E-Mail-Anbindung, Kalender und Telefonie Ihrer Arbeitsweise entsprechen. Ein System, das ständig manuelles Nachtragen verlangt, wird im Alltag nicht genutzt.

So steigen Sie in ein CRM ein

  1. Ziel festlegen: Weniger verlorene Anfragen, bessere Prognose oder ein einheitlicher Kundenverlauf?
  2. Prozess beschreiben: Von der Anfrage bis zum Auftrag, mit Phasen und Zuständigkeiten.
  3. Daten sammeln: Kunden aus Tabellen, E-Mail-Adressbüchern und Buchhaltung zusammenführen und bereinigen.
  4. Klein starten: Ein Team, ein Prozess, wenige Pflichtfelder.
  5. Nach vier bis acht Wochen auswerten und anpassen, bevor Sie weitere Bereiche aufnehmen.

Welche Kriterien bei der Auswahl zählen, haben wir im Beitrag CRM-Software auswählen zusammengestellt.

Häufige Fehler bei der CRM-Nutzung

Ein CRM ist nur so gut wie die Daten darin. Die häufigsten Probleme:

  • Zu viele Pflichtfelder, sodass Mitarbeitende Einträge vermeiden
  • Keine verantwortliche Person für Datenqualität und Dublettenprüfung
  • Eine Pipeline mit unklaren Phasen, in der jeder etwas anderes meint
  • Einführung ohne Einbindung des Vertriebs, der das System täglich nutzt
  • Parallele Pflege in Tabellen, weil dem System nicht vertraut wird

Hilfreich ist eine kurze Regel: Was nicht im CRM steht, ist nicht passiert. Das gilt vor allem für Zusagen an Kunden und für Angebote.

Wie wir CRM in Dika Ops verstehen

Wir haben Dika Ops so gebaut, dass CRM, Vertrieb, Einkauf, Lager, Finanzen und weitere Bereiche auf einem Datensatz laufen. Ein Kunde ist dort derselbe Datensatz im Angebot, in der Rechnung und im Service. KI-Kollegen unterstützen unter strengen Berechtigungen und lassen sich wichtige Schritte freigeben. Dika Ops befindet sich in einer geschlossenen Beta mit Warteliste. Die Modulseite CRM zeigt, wie wir das abbilden.

Wer ein individuelles System für besondere Vertriebsprozesse braucht, findet bei Dika Design Unterstützung bei individuellen Unternehmensanwendungen.

Häufig gestellte Fragen

Wofür steht die Abkürzung CRM?

CRM steht für Customer Relationship Management, auf Deutsch Kundenbeziehungsmanagement. Der Begriff bezeichnet sowohl die Arbeitsweise als auch die Software, mit der Kundendaten und Vorgänge verwaltet werden.

Brauche ich als kleines Unternehmen ein CRM?

Wenn Anfragen, Angebote und Nachfassen über mehrere Personen oder Kanäle laufen, hilft ein CRM. Bei sehr wenigen Kunden reicht manchmal eine gut gepflegte Tabelle. Sobald Informationen verloren gehen oder Vertretung schwierig wird, lohnt sich ein System.

Was kostet ein CRM?

Die Preise reichen von kostenlosen Basisfunktionen bis zu teuren Unternehmenslösungen. Rechnen Sie neben dem Abonnement mit Einrichtung, Datenübernahme und Schulung. Vergleichen Sie Angebote anhand derselben Anforderungen.

Ist ein CRM DSGVO-konform?

Das hängt von Anbieter und Nutzung ab. Wichtig sind eine Rechtsgrundlage, Auftragsverarbeitungsvertrag, Löschkonzept und Zugriffsrechte. Lassen Sie die Einrichtung von Ihrem Datenschutzbeauftragten prüfen.

Was ist der Unterschied zwischen CRM und ERP?

Das CRM führt Kontakte und Verkaufschancen, das ERP steuert Aufträge, Lager, Einkauf und Buchhaltung. Beide sollten dieselben Kundendaten nutzen, damit nichts doppelt gepflegt wird.

Wie lange dauert die Einführung?

Ein schlanker Start mit einem Team lässt sich oft in wenigen Wochen umsetzen. Länger dauern Datenbereinigung und die Anbindung weiterer Systeme. Beginnen Sie mit einem klaren Prozess, nicht mit allen Funktionen.

Fazit: Erst den Prozess, dann das Werkzeug

Ein CRM hilft, wenn Sie wissen, wie Ihr Vertrieb arbeiten soll. Beschreiben Sie zuerst den Weg von der Anfrage zum Auftrag und legen Sie Verantwortlichkeiten fest. Danach wählen Sie das System, das diesen Weg abbildet. Wie ERP und Buchhaltung zusammenspielen, lesen Sie im Beitrag Was ist ERP-Software.

Sie haben ein Projekt im Kopf? Sprechen wir es durch.

Sagen Sie uns, was Sie verbessern möchten. Wir antworten mit einem klaren nächsten Schritt.