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CRM-Software auswählen: Kriterien, Vergleich und Checkliste

CRM-Software auswählen: Welche Kriterien zählen, wie Sie Anforderungen festlegen, Anbieter vergleichen und Fehler bei der Einführung im Mittelstand vermeiden.

7 Min. Lesezeit Unternehmenssoftware
Vergleich von Softwarelösungen auf einem Bildschirm bei der Auswahl

Bei der Auswahl einer CRM-Software zählen fünf Dinge: Passt das System zu Ihrem Vertriebsprozess, ist es im Alltag einfach zu bedienen, erfüllt es Datenschutzanforderungen, lässt es sich an Ihre übrigen Systeme anbinden, und stimmen die Gesamtkosten? Wer mit einer Funktionsliste beginnt, kauft meist zu viel, wer mit dem eigenen Prozess beginnt, trifft die bessere Entscheidung.

Dieser Beitrag führt Sie durch die Auswahl: von den Anforderungen über eine Bewertungsmatrix bis zum Test mit echten Daten. Grundlagen zum Thema finden Sie in Was ist CRM.

Zuerst den eigenen Prozess beschreiben

Bevor Sie Anbieter vergleichen, halten Sie fest, wie Ihr Vertrieb heute arbeitet. Wie kommen Anfragen herein? Wer bearbeitet sie? Wann wird ein Angebot erstellt? Wann gilt ein Auftrag als gewonnen oder verloren? Aus den Antworten ergeben sich Phasen und Pflichtfelder, die das System abbilden muss.

Unterscheiden Sie dabei Muss- und Kann-Anforderungen. Ein Muss ist, was Ihren Alltag ohne das System spürbar behindert, etwa die Anbindung Ihres E-Mail-Programms. Ein Kann ist alles, was Sie nur gelegentlich bräuchten.

Die wichtigsten Auswahlkriterien

KriteriumWorauf Sie achtenPrüffrage
ProzessabbildungPhasen, Felder und Rollen anpassbarLässt sich unsere Pipeline ohne Programmierung abbilden?
BedienungWenige Klicks, mobile NutzungWürde der Außendienst es freiwillig nutzen?
E-Mail und KalenderAutomatische Zuordnung, SynchronisationMuss jemand Mails manuell ablegen?
SchnittstellenERP, Buchhaltung, Website-FormulareGibt es dokumentierte Schnittstellen?
DatenschutzDSGVO, Hosting-Standort, RollenrechteGibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
AuswertungPipeline-Berichte, PrognoseKann ich Berichte ohne Hilfe erstellen?
KostenAbonnement, Einrichtung, SchulungWas kostet das System nach drei Jahren insgesamt?

Gewichten Sie die Kriterien nach Ihrer Situation. Ein Team im Außendienst legt Gewicht auf mobile Nutzung, ein Betrieb mit Online-Anfragen auf Formulare und automatische Zuweisung.

Datenschutz und rechtliche Fragen

Ein CRM speichert personenbezogene Daten. Deshalb sind Auftragsverarbeitungsvertrag, Standort der Server, Löschkonzept und Rollenrechte keine Nebensache. Prüfen Sie, ob sich Auskunfts- und Löschwünsche von Betroffenen im System umsetzen lassen. Wenn Sie Newsletter versenden, brauchen Sie eine nachweisbare Einwilligung. Klären Sie diese Punkte mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Für Angebote und Korrespondenz gelten außerdem steuerliche Aufbewahrungspflichten. Besprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, welche Unterlagen wie lange vorzuhalten sind und ob das CRM sie dafür geeignet speichert.

Ein Bewertungsbeispiel

Ein Beispiel für die Bewertung: Sie vergleichen drei Systeme und vergeben Punkte von 1 bis 5. Die Kriterien gewichten Sie mit 3 (sehr wichtig), 2 oder 1. Prozessabbildung zählt 3, Bedienung 3, Schnittstellen 2, Datenschutz 3, Kosten 2. Erreicht ein System 4, 5, 3, 4 und 3 Punkte, ergibt sich 4×3 + 5×3 + 3×2 + 4×3 + 3×2 = 12 + 15 + 6 + 12 + 6 = 51 von maximal 65 Punkten. Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel, sie dienen nur dazu, Meinungen zu ordnen. Die Matrix ersetzt keinen Praxistest.

Die Auswahl in sechs Schritten

  1. Ziele und Engpässe benennen, etwa verlorene Anfragen oder fehlender Überblick über Angebote.
  2. Prozess und Pflichtfelder beschreiben und Muss-Anforderungen festlegen.
  3. Drei bis vier Systeme vorauswählen, die Ihre Muss-Anforderungen erfüllen.
  4. Mit einem Testzugang echte Vorgänge abbilden: zehn Kunden, zehn Chancen, ein typisches Angebot.
  5. Anwender aus Vertrieb und Service bewerten lassen, nicht nur die Geschäftsführung.
  6. Vertrag prüfen: Laufzeit, Kündigung, Datenexport, Preisstaffel.

Hilfreich ist, das Team von Beginn an einzubinden. Systeme, die über die Köpfe der Nutzer hinweg ausgewählt werden, bleiben oft ungenutzt.

Fragen an den Anbieter

Im Gespräch mit Anbietern sparen konkrete Fragen viel Zeit. Lassen Sie sich nicht die allgemeine Produktvorführung zeigen, sondern bitten Sie darum, Ihren eigenen Ablauf nachzustellen. Diese Fragen sollten Sie stellen:

  • Wie sieht die Datenübernahme aus, und wer führt sie durch?
  • Welche Daten und in welchem Format erhalte ich bei Kündigung zurück?
  • Wie werden Berechtigungen vergeben, und lässt sich der Zugriff auf Kundengruppen oder Regionen beschränken?
  • Wie oft gibt es Updates, und wie werden Änderungen angekündigt?
  • Welche Unterstützung gibt es nach dem Start, und was kostet sie?

Achten Sie darauf, ob Antworten konkret ausfallen oder ausweichend. Ein seriöser Anbieter nennt auch Grenzen seines Produkts.

Eigenständiges CRM oder Teil des ERP?

Eine Kernentscheidung lautet, ob das CRM allein stehen oder Teil eines ERP sein soll. Ein eigenständiges CRM bringt meist mehr Vertriebsfunktionen und lässt sich schnell einführen. Ein CRM im ERP vermeidet Dubletten, weil Kunden, Artikel und Preise nur einmal existieren. Welche Grenzen es gibt, beschreibt der Beitrag Unterschied zwischen CRM und ERP.

Als Orientierung: Wenn Ihr Geschäft stark von Lager, Einkauf oder Produktion geprägt ist, sprechen die Vorteile der gemeinsamen Datenbasis für ein integriertes System. Wenn Sie hauptsächlich Dienstleistungen verkaufen, genügt oft ein schlankes eigenständiges CRM.

Typische Fehler bei der Auswahl

  • Auswahl nach Funktionsvielfalt statt nach dem eigenen Prozess
  • Kein Test mit echten Daten, sondern nur Vorführung durch den Anbieter
  • Zu viele Pflichtfelder, die den Alltag verlangsamen
  • Keine Planung der Datenübernahme aus Tabellen und E-Mail-Adressbüchern
  • Vergessene Kosten für Schulung, Einrichtung und weitere Nutzer

Ein weiterer Stolperstein ist die fehlende Pflege nach dem Start. Legen Sie fest, wer Felder anpasst, Dubletten prüft und Berichte pflegt. Ohne Verantwortlichen veraltet jede Datenbank.

Woran Sie später die Wirkung messen

Legen Sie vor dem Start zwei bis drei Kennzahlen fest: Anteil der Anfragen, die innerhalb eines Tages beantwortet werden, Zahl der Angebote ohne Nachfassen, Dauer von der Anfrage bis zum Angebot. Vergleichen Sie diese Werte nach einigen Wochen mit dem Ausgangswert. So sehen Sie, ob das System Ihren Prozess verbessert, und wie Sie die Pipeline sinnvoll gliedern, zeigt Vertriebspipeline-Management.

Was wir mit Dika Ops anbieten

Wir haben Dika Ops als KI-natives ERP entwickelt, in dem CRM, Vertrieb, Einkauf, Lager, Finanzen und Buchhaltung auf einem Datensatz laufen. Wer ein CRM sucht, das Aufträge, Lager und Rechnungen kennt, findet bei uns diesen Ansatz. KI-Kollegen arbeiten unter strengen Berechtigungen und lassen wichtige Schritte von einer Person freigeben. Dika Ops befindet sich in einer geschlossenen Beta mit Warteliste. Details zeigt die Modulseite CRM.

Für Sonderfälle bauen wir bei Dika Design auch individuelle Anwendungen, wenn Standardsoftware Ihren Vertriebsprozess nicht abbildet.

Häufig gestellte Fragen

Welche CRM-Software ist die beste?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Die beste Lösung ist die, die zu Ihrem Prozess, Ihrem Team und Ihren übrigen Systemen passt. Vergleichen Sie anhand Ihrer Anforderungen und testen Sie mit echten Daten.

Was kostet CRM-Software?

Die Preise unterscheiden sich stark nach Anbieter, Funktionsumfang und Nutzerzahl. Neben dem Abonnement fallen Einrichtung, Schulung und gegebenenfalls Schnittstellen an. Rechnen Sie die Gesamtkosten über mindestens drei Jahre.

Wie viele Anbieter sollte ich vergleichen?

Drei bis vier genügen. Mehr Optionen erhöhen den Aufwand, ohne die Entscheidung zu verbessern. Wichtiger als die Zahl ist, dass jeder Anbieter dieselben Aufgaben mit Ihren eigenen Beispielen löst.

Cloud oder lokale Installation?

Für die meisten kleineren Unternehmen ist die Cloud einfacher, da Betrieb und Updates entfallen. Prüfen Sie dennoch Hosting-Standort und Datenexport. Mehr dazu im Beitrag Cloud-ERP oder On-Premise.

Wie übernehme ich meine bestehenden Kontakte?

Über Importfunktionen aus Tabellen oder CSV-Dateien. Bereinigen Sie die Daten vorher: Dubletten entfernen, Firmen und Ansprechpartner trennen, Pflichtfelder ergänzen. Testen Sie den Import zunächst mit einer kleinen Auswahl.

Wie bringe ich mein Team dazu, das CRM zu nutzen?

Beziehen Sie die Anwender bei der Auswahl ein, halten Sie die Pflichtfelder gering und zeigen Sie konkreten Nutzen, etwa weniger Suchzeit. Legen Sie als Regel fest, dass Angebote und Zusagen im System stehen.

Nächster Schritt: Anforderungen auf einer Seite

Schreiben Sie Ihren Vertriebsprozess, die fünf wichtigsten Anforderungen und Ihre Kennzahlen auf eine Seite. Mit diesem Dokument führen Sie bessere Gespräche mit Anbietern und treffen eine Entscheidung, die Ihr Team trägt. Wer das Thema ERP gleich mitdenkt, findet Orientierung unter ERP für KMU.

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